GDC: Erste Fakten zum Projekt "Xenon"

News vom 09-03-05
Uhrzeit: 20:51
Wie bereits in den letzten Tagen erwartet wurde, sind anlässlich der Games Developers Conference in San Francisco erste Fakten bekannt geworden. So wird Microsoft für ihren Xbox Nachfolger weiterhin Online-Konzepte in den Mittelpunkt rücken und versuchen, mit Hardwarepower zu überzeugen. Bitte bedenkt, dass sich bis zum Release Ende Jahr noch das eine oder andere Detail ändern kann - die Infos basieren auf dem aktuellen Stand:
 
Die Hardware:

  • CPU: Die Xenon-Plattform wird von 3 CPUs angetrieben, welche auf IBMs PowerPC Architektur basieren. Gemeinsam sollen sie auf eine Leistung von einem Teraflops kommen. Sie übernehmen u.a. auch die Funktion eines Sound-Chips, auf welchen bei Xenon verzichtet wurde.

  • GPU: Wie nicht anders zu erwarten, stellt ATI den Grafikchip. 500 MHz schnell wird eine auf Xenon angepasste Vorabversion der X800 Nachfolger-Generation zum Einsatz kommen. Natürlich werden die Shader 3.0 Modelle unterstützt, was für eindrückliche Effekte sorgen wird (Man möge sich z.B. erste Screens von Age of Empires 3 ansehen).

  • Hauptspeicher: Xenon soll insgesamt 256 MB RAM zur Verfügung stehen - klingt nicht nach viel im Vergleich zum Heim-PC - entspricht aber dem 4x der aktuellen Xbox.

  • Speicher: Eine Festplatte wird bei der Xenon-Plattform optional sein. Falls vorhanden, werden 2GB der Platte als Cache für Xenon-Spiele verwendet. Zum Speichern werden ansonsten Memory Cards in den Größen 64MB bis 1GB verwendet - wovon 8MB vom System beansprucht werden.

  • Kamera: Die wohl größte Überraschung: Xenon wird mit einer integrierten 1,2 Megapixel Kamera daher kommen, mit welcher ihr Photos für eure Spieler-Profile machen könnt oder aber Videochats abhalten könnt. Auch Sonys PS3 soll angeblich mit einer Kamera ausgerüstet sein.

  • Medium: Als Medium scheint man ein weiteres Mal auf die DVD zu setzen - ein 12faches DVD-Laufwerk soll die Duallayer DVD-9 lesen, welche damit jeweils 7GB Daten beherbergen können
Hochaufgelöste Videospiel-Zukunft:
  • 720p: Als Basis für Xenon-Spiele soll eine Auflösung von 720p (1280x720 - 16:9) zum Einsatz kommen. Eine deutliche Steigerung gegenüber der aktuellen Xbox Plattform, wo 480i die Basis bildet. P steht für Progressive - d.h. es werden Vollbilder geliefert, nicht bloß Halbbilder, wie wir sie vom europäischen TV kennen.

  • 5.1: Auch die Ohren sollen in Zukunft verwöhnt werden - alle Xenon Titel werden eure 5.1 Dolby Digital Anlage zum Wanken bringen.

  • Anti-Aliasing: Kantenflimmern ade? Wir bleiben skeptisch - aber Xenon Titel sollen in Zukunft allesamt mit aktivierter Kantenglättung laufen.

Der neue Xenon-Standard:
  • Custom Soundtrack: Alle Xenon Spiele werden die Custom-Soundtrack Option unterstützen. MP3 und WMA bis zu einer Bitrate von 320 werden vom Music Player Service unterstützt.

  • Gamer Cards: Gamer Tags waren gestern - jetzt kommen die Gamer Cards. Hinter dem Namen versteckt sich ein neues Profil, welches ihr Spiel-übergreifend sowohl On- als auch Offline verwenden könnt. Natürlich lassen sich auch mehrere Profile auf einer Xenon erstellen. Sie ermöglichen es noch besser, geeignete Spiel-Partner in den Weiten von Xbox-Live zu finden. Ihr könnt z.B. global Inverse Steuerungsachsen deaktivieren - alle Spiele übernehmen dann die Einstellung. Ihr bleibt aber trotzdem flexibel - für einzelne Spiele lassen sich diese Optionen mit einer anderen Wahl "überschreiben".

  • Marktplatz: Ebenfalls unter dem neuen Xbox Gateway findet ihr auf dem Marketplace eine Übersicht aller Extras, welche ihr euch für ein Spiel runterladen könnt. Neue Levels, Skins oder Charaktere... Bezahlt wird via Microtransactions. Aber nicht nur Entwickler werden in Zukunft ihre Ware anpreisen - auch andere Spieler werden bald schon munter mithandeln.

  • Gamer Credit: Mit jedem Spiel könnt ihr euch auf Xenon Gamer Creds abverdienen. Microsoft empfiehlt den Entwickler, in jedem Spiel min. den Erwerb von 1000 Gamer Creds zu ermöglichen. Was ihr mit dieser virtuellen "Währung" anstellen könnt ist noch nicht bekannt - möglicherweise lässt sich damit ja einmal die virtuelle "Xenon-Wohnung" mit weiteren Goodies verschönern.

  • Achievements: Nicht nur Credit wir in Zukunft von den Spielen festgehalten - auch min. fünf Leistungen pro Spiel werden gespeichert. Eure Gamer Card wird dann darüber Auskunft geben, was ihr bereits alles geleistet habt. Solche Achievements könnten z.B. für Schlussboss besiegen, besondere Missionen erledigen usw. vergeben werden.

  • Elternkontrolle: Besorgte Eltern können mit Xenon festlegen, wann und wie lange ihre Kinder mit der Konsole spielen können, resp. inwiefern sie alle Online-Features nutzen können.
Play it Live!
War Live auf der Xbox noch optional, wird es bei Xenon nun Teil des Systems. Xenon unterstützt von Haus aus: 
  • Friends Management
  • Zugriff auf Spieler, mit denen man kürzlich gespielt hatte
  • Messagecenter
  • Game Invite Management
  • User Benachrichtigung
  • Gamer Card Profile
  • 1 on 1 Voice Chats
  • Downloads
  • Feedback
  • Sign-in
Wichtiges Element von Xbox Live auf der Xenon wird die Gamer Reputation sein. So lassen sich alle Spieler, mit denen man zu tun hat bewerten. Wie das ganze genau funktioniert, bleibt wohl noch etwas Microsofts Geheimnis - ein gesundes Feedback-System ist aber die Lebensader einer jeder Community.
 
Das wars fürs erste zum Xbox Nachfolger, welcher immer noch auf der Suche nach einem Namen ist. Xenon, Xbox 360 oder Xbox Next - sicher ist nur, dass die Konsole auf keinen Fall Xbox 2 heißen wird. Was haltet ihr von den neuen System-Features? Lass es doch uns in den Comments wissen - wir melden uns wieder, sobald es neue Infos zu Xenon zu berichten gibt!
 
Quelle: GameSpy 
 
Offizielle Pressemitteilung:
Microsoft gibt erste Informationen zur neuen Xbox-Generation bekannt
 
Epoche des High Definition-Gamings bricht an
 
München, 9. März 2005 – Auf der diesjährigen Game Developers Conference (GDC) verriet Microsoft erste Einzelheiten zu seiner neuen "next-generation“ Xbox-Videospiel-Plattform. Im Mittelpunkt der Messe stand, wie Hardware, Software und Dienste verschmelzen, um eine neue Form von Spiel und Unterhaltung zu ermöglichen.
 
Microsofts Corporate Vice President und Chief XNA Architect J. Allard kündigte auf der GDC den Beginn des “High Defintion”-Zeitalters für Videospiele an. In dieser neuen Ära würden die Kunden nach Erlebnissen bei Spiel und Inhalten verlangen, die immer persönlich, immer vernetzt und immer hoch auflösend sein müssen.
 
 “Im Zeitalter von High Definition (HD) ist die Entwicklungsplattform mittlerweile wichtiger als der Prozessor”, führte Allard aus. “Neue Technologien in Verbindung mit neuen Kundenwünschen werden es den neuen „Rockstars“ der Branche erlauben, das alte Establishment zu erschüttern und Unterhaltung neu zu definieren.“
 
Microsoft Windows und Xbox-Plattformen werden völlig neue Spielerfahrungen im HD-Zeitalter bieten, da sie die zehnjährigen Erfahrungen und Innovationen mit der DirectX-Programmierschnittstelle nutzen können. Um zu zeigen, was dies für Spieler bedeutet, gab Allard einen ersten Einblick in den so genannten "Xbox Guide" der neuen Xbox Generation. Der Guide ist ein übergreifendes Entertainment Gateway, das Spieler sofort mit ihren individuellen Games, ihren Freunden und ihren digitalen Medien verbindet.
 
Der Guide umfasst folgende Features:
- Gamer Cards. Gamer Cards gestatten dem Spieler einen schnellen Überblick über wichtige Xbox Live Informationen. Blitzschnell kann sich der Spieler so mit anderen Gamern in Verbindung setzen, die ähnliche Interessen, Fähigkeiten und Vorlieben haben.
- Marketplace. Der digitale Marktplatz kann für jedes Spiel, jedes Genre sowie für eine Reihe anderer Möglichkeiten durchsucht werden und bietet den Spielern die Möglichkeit, mit einem Klick neue Levels, Maps, Ausrüstungen, Fahrzeuge und Skins sowie Erweiterungen aus der Community zu kaufen.
- Micro-Transactions. Mit den Mirco-Transactions können Entwickler und Spieler ohne die Beschränkungen des üblichen E-Commerce zusätzliche Spielinhalte auf dem digitalen Marktplatz zu beliebig kleinen Preisen anbieten. So sind Spieler beispielsweise dann in der Lage, für 99 Cent ein einmaliges Tuning-Auto zu kaufen, und damit bei ihren Freunden „unbezahlbaren“ Eindruck zu machen.
- Custom Playlists. Mit diesem Feature sind Entwickler bei der nächsten Xbox-Generation nicht mehr auf die Ingame-Musik angewiesen. Denn der Guide verbindet die Spieler automatisch mit ihrer eigenen Musik, so dass sie ihre Lieblingstracks im Game hören können.
 
Als typische Spielerfahrung und -anwendung des HD-Zeitalters benötigt der Guide eine Hardware, die speziell auf die Anforderungen der Software ausgerichtet ist. Systemebenen-Features des Xbox Guides wie zum Beispiel die Custom Playlist, die Xbox Live Freundesliste und der Voice Chat werden auf Chips abgebildet. Dies gestattet den Entwicklern, sich auf die Spieleentwicklung zu konzentrieren und sich weniger mit technischen Spezifikationen zu befassen.
 
Damit die Kundenwünsche im HD-Zeitalter erfüllt werden können, ist die nächste Generation der Xbox anhand von Prinzipien entworfen, die es den Entwicklern sowohl erlauben, maximale Performance bei den Spielen zu realisieren, als auch auf vertraute Entwicklerkonzepte zurückzugreifen.
 
Das Hardware-Design der nächsten Xbox-Generation bietet:
- ein gut ausbalanciertes System mit mehr als einem Teraflop gezielter Rechenleistung
- eine gemeinsam mit IBM entwickelte Multicore-Prozessor-Architektur für maximale Kreativitätsräume und Flexibilität im HD-Zeitalter
- ein gemeinsam mit ATI entwickelter Grafikprozessor für die Spiele und Unterhaltungsanwendungen des HD-Zeitalters
 
Zusätzlich sorgen bewährte Software-Technologien wie DirectX, PIX, XACT und die kürzlich angekündigte Entwicklungsplattform XNA Studio — eine integrierte, teamorientierte Umgebung für die Spieleentwicklung — dafür, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft  werden können
 

 Autor:
Thomas Theiler 
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Kommentar von Scotty
[09-03-2005 14:52] 
bin gespannt, was davon alles stimmen wird. das RAM ist imo so extrem wenig, dass ich es mir fast nicht vorstellen kann. die grafikkarte entspricht dem, was man erwarten durfte. aber insgesamt irgendwie seltsam, finde ich. keine festplatte, fast kein ram, dafür mörder-cpus (wozu man die brauchen wird?? ...) naka, abwarten...
Kommentar von J!ndu
[09-03-2005 15:01] 
Ich hoffe ja auch, dass sie im letzten Moment dann noch auf 384 oder 512 hochgehen - zu beginn der Generation werden 256 zwar noch ausreichen, später würde das aber imo zum Flaschenhals...
Kommentar von Clawhunter
[09-03-2005 15:08] 
man braucht nicht so viel RAM, wenn die Festplatte auch cachen kann... weiß noch nicht was ich vom Xenon halten soll. Wenn Informationen zu Spielen kommen, wirds interessant :)
Kommentar von dilux
[09-03-2005 15:11] 
na na, 256mb ist für eine konsole verdammt viel...immerhin läuft das bs der xbox vom chip und nicht ausm ram..ausserdem wird der ram extrem schnell an den prozessor angebunden sein...und nicht vergessen, die aktuelle powerpc-generation spricht 64bit...und auch die auflösung 720p (entspricht 1024x768 aufm pc) scheint nicht unbedingt als performance-killer zu wirken...und zu guter letzt: eine konsole ist und bleibt ein geschlossenes system, das viel performanter programiert werden kann, als der pc unterm schreibtisch...
Kommentar von dilux
[09-03-2005 15:13] 
achja, ich finde, das hört sich alles sehr gut an...genauso wie der cell-prozessor der ps3 ;-)
Kommentar von Andy
[09-03-2005 15:35] 
Wwas ist bitte ein "Terraflop"? Wenn die Welt mal nicht funktioniert wie sie soll? *klugscheiß* ;-)
Kommentar von Infinitee
[09-03-2005 15:40] 
Klingt schon irgendwie beeindruckend, 256 MB sind aber wirklich nicht besonders viel. Besonders, wenn die Konsole, wie eigentlich üblich, 4-5 Jahre am Markt bleibt... Die Zahlen spielen aber prinzipiell keine Rolle, wichtig sind die Spiele! :-)
Kommentar von Double
[09-03-2005 16:07] 
"bis zum Release Ende Jahr" - öh, is also jetzt auch wohl def. so.

lol andy - um dass herauszubekommen muss man gerüchteweise eine fantastilliarde Gamer Credits sammeln.. aber hey, nicht weitersagen ;)
Kommentar von Andy
[09-03-2005 16:15] 
Oh, jetzt ist es ein "Teraflop" - Teraflops wäre aber noch besser ;-)
Kommentar von Tabris
[09-03-2005 16:22] 
*lol* Als Kind hab ich mit meinen Freunden Witze darüber gemacht, wie es wäre, wenn man mit den in Spielen verdienten Punkten wirklich etwas kaufen könnte. Es scheint so, als wären MS' Pläne gar nicht so weit davon entfernt. ;)
Kommentar von ColdBlooder
[09-03-2005 17:02] 
hm, also 3 schwachstellen hat das system... 1. das der soundchip in der cpu stecktt. das kostet cpu leistung. wieviel weiss ich jetzt nicht, kann auch sein das das nur geringfügig die cpu zusätzlich belastet. und 256mb sind auf dauer gesehen zu wenig... es gibt heute schon pc spiele wo 1gb speicher empfohlen wird (jaja, im pc läuft noch einiges im hintergrund, is ja gut... aber dennoch ist es ein faktor!). der 3. faktor den ich nicht als optimal ansehe ist das mit der festplatte 2gb(!!) an cache für games reserviert ist! dies KANN dazu führen das manche games den kauf einer hdd erzwingen. mal sehen wie sich das weiter entwickelt...
Aktuell @ GU