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Baphomets Fluch 3

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Ich verkaufe diese Lederjacken…
Man sieht es Gorge und Nico nicht an, aber wie die Adventure-Kollegen anderer Spiele tragen sie eine Menge Krimskrams mit sich herum. Der geneigte Spieler sollte alles einsammeln, was nicht niet- und nagelfest ist. Man weiß ja nie, wozu ein Wagenheber, eine Boxershorts oder ein antikes Artefakt im späteren Spielverlauf noch nützlich sein könnten. Regel Nummer Eins also: Alles einsacken. Und zweitens: Alles mit allem kombinieren, was sich kombinieren lässt. Zum Glück sind die Rätsel halbwegs logisch, so dass man nicht groß rumsuchen muss, welcher Gegenstand gemeinsam mit einem anderen eingesetzt die gewünschte Reaktion auslöst.
Einen nicht all zu großen, aber höchst amüsanten Teil des Spiels verbringt Ihr damit, die anderen Charaktere zu befragen. Man stellt prinzipiell alle Fragen, die sich fragen lassen! Zwar bestehen meist mehrere Auswahlmöglichkeiten, die durch das Konterfrei einer Person oder einen Gegenstand symbolisiert werden. Doch um auch wirklich keine Information zu verpassen, ist es unbedingt notwendig, dass alle Gesprächsmöglichkeiten ausgereizt werden. Wie erwähnt: Auch völlig nutzlose und mehrmals angesprochene Themen können sich als sehr witzig oder hilfreich erweisen.

Die Kiste mit Sokoban
Die handelnden Personen - nicht nur Nico und George - sind durchweg glaubwürdig und teils sehr witzig angelegt. Zudem trefft ihr auf alte Bekannte aus vergangenen Teilen, wie etwa den Großmeister der Templer oder den Handwerker, den George mit einem Tipp beim Glücksspiel zum Sieger gemacht hat.
Auch nimmt die Geschichte mehrere überraschende Wendungen. Offenbar haben die Entwickler sehr viel Sorgfalt darauf gelegt, die Story in den Vordergrund zu stellen. Dafür müssen sie sich nun von Einigen die Kritik gefallen lassen, eigentlich einen "interaktiven Zeichentrickfilm" veröffentlicht zu haben. So hart kann man aber mit dem dritten Teil der Baphomets-Fluch-Saga nicht ins Gericht gehen. Die Rätsel sind bisweilen sehr einfach gestrickt. Hinzu kommt, dass an mehreren Stellen im Spiel Kistenrätsel gelöst werden müssen, die an das klassische Denkspiel "Sokoban" angelehnt sind. Natürlich erreichen sie nicht dessen Schwierigkeitsgrad. Aber gerade deswegen kann der Eindruck entstehen, dass es sich nur um ein BF3-Verlängerungs-Feature handelt. Das Spiel wird dadurch nicht bereichert, das Kistenschieben ist kein Storyelement im eigentlichen Sinne. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass es einigen Spielern gefällt. Abwechslung bietet dieser Spielpart jedenfalls. Und nicht zuletzt muss man zum Schwierigkeitsgrad anmerken: Gerade durch die chronische Adventure-Unterversorgung sind viel mehr "Einsteiger" für das Adventure-Genre zu rekrutieren. Natürlich sind knackige Rätsel das Höchste für den Freak. Aber damit sind zurzeit leider weder neue Fans zu gewinnen noch die Produktionskosten wieder reinzuspielen. Vertrösten wir uns auf später…

 Autor:
André Stephan
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