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Fahrenheit

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 Spiel-Infos: Fahrenheit
Fahrenheit Boxart Name: Fahrenheit (PAL)
Entwickler: Atari
Publisher: Atari
Erhältlich seit: 16. September 2005
Genre: Adventure
Spieler: 1
Features:

"Ich hatte das Gefühl, dass es eine stille Übereinkunft gab, dass Videospiele entweder vom Rennfahren, Zerstören oder Töten handeln. Es sind Spielzeuge für Kinder geworden, ohne kreative Ambition oder Vision." - David Cage, Produzent von Fahrenheit.

The Movie
Wie oft lesen wir in Foren die Standardfloskel „ähnelt mehr einem interaktivem Film, als einem Videospiel“ oder „20 Minuten Zwischensequenz unterbrochen von 2 Minuten Spiel“. Damit hatte schon der ein oder andere Titel den Zorn der Spieler auf sich gezogen, und das vielleicht nicht ganz zu Unrecht. Was passiert aber, wenn ein Entwickler sein Spiel als einen Interaktiven Film ankündigt? Und gewollt die erzählte Story in den Vordergrund rückt und das „Spielen“ eher in den Hintergrund rutschen lässt? Disqualifiziert er sich damit selber? Oder revolutioniert er damit ein eingerostetes Genre?

Quantic Dream, das französische Entwicklerteam rund um David Cage, hat diesen Schritt gewagt. Filme leben seit langem davon, Geschichten rund um Menschen und ihre Schicksale zu erzählen. Nun soll es auch das erste Mal in einem Videospiel umgesetzt werden. Und welches Genre bietet sich da mehr an als das gute alte Adventure? Dass man an die alten „Lucas Arts Point and Click Adventures“ nicht mehr so einfach anknüpfen kann, mussten viele Entwickler in der Vergangenheit feststellen. Darum geht Quantic Dream mit ihrem Titel Fahrenheit (US Titel: Indigo Prophecy) einen ganz eigenen Weg, einen mutigen Weg. Fahrenheit lässt euch keine Geschichte spielen, Fahrenheit läst die Geschichte mit euch Spielen.

0 Fahrenheit
Das Abenteuer beginnt im verschneiten New York. Auf dem Klo eines kleinen Restaurants findet ein grausamer Mord statt. Ihr seht, wie mit mehreren Messerstichen ein Mann niedergestochen wird, und schon seid ihr mitten im Spiel, schlüpft in die Rolle des mutmaßlichen Mörders Lucas Kane und habt als erstes die Aufgabe, aus dieser verzwickten Lage zu entkommen. Hier zeigt das Spiel schon eine seiner größten Stärken, ihr habt quasi völlige Entscheidungsfreiheit in eurem Tun und Lassen. Stürmt ihr blutüberströmt aus dem Klo? Oder beseitigt ihr erst vorher die Leiche in einer der Klokabinen? Verlasst ihr das Restaurant Hals über Kopf durch den Hinterausgang? Oder bezahlt ihr noch schnell die Rechnung und schlendert dann ruhig durch den Haupteingang? Allein diese erste Szene könnt ihr auf so viele verschiedene Arten lösen, dass ihr zum zählen die zweite Hand zu Hilfe nehmen müsst. Eure Entscheidungen haben direkten Einfluss auf das weitere Geschehen der Geschichten. Zwar ist der Hauptstrang vom Spiel vorgegeben, jedoch hat der Spieler immer die Möglichkeit, ein wenig auf die Geschichte Einfluss zu nehmen. So kann der Spieler quasi völlig frei entscheiden, welcher Charakter eher eine Hauptrolle bekommt und wer dann doch eher eine Nebenrolle einnehmen muss. So erleben alle Spieler ihre eigene kleine Geschichte. Zwar ist der Hauptteil vorgegeben, doch kann sie sich jeder so anpassen, wie er es gerne mag. Nur eine Vorliebe für „Thriller“ sollte man schon haben, denn das ist ein ganz großes Hauptelement des Spieles.

Hier kommt auch ein weiteres großes Feature des Spieles zum Tragen. Der Bildschirm wird immer wieder gesplittet, so dass ihr gleichzeitig zwei oder mehr Orte beobachten könnt. So unspektakulär das klingen mag, es trägt unheimlich zur dichten Atmosphäre des Spieles bei. Hier kommt dann auch noch etwas ganz Besonderes zur Sprache: die Verbundenheit zu den Hauptcharakteren. Noch nie hat man sich so auf Anhieb mit den Hauptcharakteren des Spieles verbunden gefühlt.
 Autor:
Mathias Schult
Testbericht
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Leserwertung:
9.3