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Fahrenheit

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Spielerische Tiefe
Mittlerweile sollte klar geworden sein, dass spielerische Tiefe keine hervorstechende Eigenschaft von Fahrenheit ist. Dies fängt schon beim Schwierigkeitsgrad an. Zwar darf man zu Beginn aus dreien wählen, jedoch waren die Entwickler sehr darauf bedacht, die Story fließend zu erzählen. So werdet ihr nie in eine Situation kommen, wo ihr Stundenlang festhängt und euch den Kopf zerbrechen müsst. Meist sind die Szenen in einem Ruck durchzuspielen. Dies ist aber bei einem Spiel wie Fahrenheit kein Kritikpunkt, zwar führt es zu der sehr kurzen Spielzeit (etwa 7 Stunden), aber es kommt der Story zugute. Die Herausforderung von diesem Titel besteht nicht darin, irgendwelche Rätsel zu lösen oder geschickt von einer Plattform zur anderen zu springen, sondern die Geschichte voll und ganz auf sich wirken zu lassen. So verzichteten die Entwickler auch auf jegliches Inventar oder sonst übliche Adventure-Interface-Dingsbumens. Spieler, die also eine spielerische Tiefe von „Monkey Island“, „Baphomets Fluch“ oder „Beneath a Steel Sky“ erwarten, werden enttäuscht sein. Dafür werden Leute, die sich einem guten Film oder einem gutem Buch hingeben können, in Fahrenheit Unterhaltung auf einem sehr hohen Niveau finden

Technischer Schnickschnack
Eine Grafikrevolution darf hier keiner erwarten. Optisch wird solide Kost serviert, die zwar voll und ganz ihren Zweck erfüllt, aber sicher keinen Wow-Eindruck hinterlässt. Dafür ist aber jeder Schauplatz sehr detailliert ausgeschmückt und man hat nie das Gefühl, durch „kalte“ und leere Räume zu wandern. Die Animationstechnik ist dafür unheimlich schön, man wird selten mit so zauberhaft animierten Charaktere belohnt. Egal, ob es einfache Laufanimationen sind, oder komplexe Stunteinlagen - alles wirkt flüssig und überzeugend. Das trifft auch auf die Mimik in den Gesichtern der Charaktere zu. Ein Spiel, das so stark mit Gefühlen und Emotionen arbeitet, muss diese auch gekonnt auf die Gesichter der Protagonisten zaubern können. Dies ist den Entwicklern sehr gut gelungen und die Lippensynchronität ist hier nur noch das I-Tüpfelchen. Dennoch muss Kritik an der Sprachausgabe geübt werden. Die deutsche Lokalisierung ist Stellenweise katastrophal, was nicht an der schlechten Auswahl der Stimmen, sondern an der absoluten Lustlosigkeit liegt, die die Sprecher vermitteln. Die Eurosport-Moderation einer Billiardpartie hat mehr Eigenleben, als die meisten Stimmen in Fahrenheit. Zum Glück sind die DVDs jedoch Multilanguage gepresst. So kann jeder, der der englischen Sprache mächtig ist, optional auch auf diese zugreifen. Dafür kann der Soundtrack wieder vollkommen überzeugen und trägt maßgeblich zur gelungenen Atmosphäre bei. Egal, ob langsame Musik zu einer romantischen Szene oder Gänsehautfeeling bei beklemmenden Situationen - die Musik wurde ausnahmslos passend ausgewählt und könnte auch als Album den Weg in den MP3-Player finden.
 Autor:
Mathias Schult
Testbericht
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Leserwertung:
9.3