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Grabbed by the Ghoulies

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Finde das Buch
Da wären wir auch schon beim Hauptkritikpunkt Nummer zwei angelangt: die Spiellänge. War das Rare-Logo auf einer Spielpackung bisher meist ein Indiz dafür, unendlich viele Dinge einsammeln zu können und die Welten lange durchstöbern zu können, kann man Grabbed by the Ghoulies getrost als das kurzlebigste Rare-Spiel seit NES-Zeiten bezeichnen. Und nein, Conker's Bad Fur Day wurde nicht vergessen. Nach knapp fünf Stunden schon hat man den Endgegner hinter sich gelassen und fünf Kapitel gespielt, was natürlich schon äußerst kurz ist. An der Bewertung, die man nach dem Durchspielen bekommt, erkennt man zwar, dass die Entwickler vorgesehen hatten, das Spiel mehrmals zu spielen und die Bewertung zu verbessern, allerdings wird einem der Grund, weshalb man je noch mal durch das Haus laufen sollte, nicht bewusst.
Zu finden gibt es nur Bücher, die in jedem Raum des Hauses versteckt sind oder einfach rumliegen. Je fünf Bücher öffnen eine kleine Mission, in denen man ähnliche Aufgaben wie im eigentlichen Spiel zu erledigen hat. Gegner müssen ausgeschaltet oder Freunde beschützt werden. Für eine gute Leistung bekommt man Medaillen. Insgesamt 20 Missionen können freigespielt werden. Räume, in denen die entsprechenden Bücher noch nicht gefunden werden, stehen im Menü zum Anwählen bereit. So ist es eine Sache von wenigen Sekunden, einen Raum nach einem Buch zu durchsuchen.

Alte Stärken
Technisch ist Rares erstes Xbox-Spiel wie erhofft gut, allerdings nicht so überragend, dass es großartig aus anderen Spielen hervorsticht. Der Comiclook ist wie immer Geschmackssache, wer aber keine Allergie gegen diesen Stil hat, wird viel Freuden damit haben. Viele Details in den Räumen lassen sie wohnlich wirken, während die gelungenen Animationen oft Teil des Humors im Spiel sind. Man muss gesehen haben, wie sich zwei Zombies bekämpfen..
Auch über den Sound kann man nicht meckern, eine gute Soundkulisse, Dolby Digital wird unterstützt, sorgt für düster/lustige Stimmung. Wie aus Rares Jump`n Runs bekannt, verfügen die Charaktere über keine Sprachausgabe, sondern unterstreichen Texteinblendungen mit Geräuschen, wie man sie auch aus Banjo kennt. Apropos: Anzumerken wäre vielleicht, dass einige Soundsamples sogar aus Banjo-Kazooie/Tooie übernommen wurden. Wohl ein Anzeichen dafür, wie stolz Rare auf ihre Rülpsgeräusche ist.

Fazit
Gemischte Gefühle hinterlässt Grabbed by the Ghoulies. Einerseits ist es stellenweise recht lustig und es macht Spaß, die schrägen Charaktere kennen zu lernen, andererseits gehen einem die einfallslosen Aufgaben nach einer Weile auf die Nerven. Hinzu kommt die dürftige Langzeitmotivation. Hat man das Spiel nach wenigen Stunden beendet, gibt es keinen Grund, das gespenstische Haus nochmals zu durchstreifen. Wer gerne Medaillen sammelt, kann noch etwas Zeit damit verbringen, die letzten Bonusbücher zu finden, aber das war es dann auch schon. Wer aber ein unkompliziertes, kurzweiliges Spiel sucht, an dem er nicht so lange zu knabbern hat, sollte sich die Ghoulies einmal näher anschauen.

 Autor:
Tobias Prinz
Testbericht
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Leserwertung:
7.4