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Herr der Ringe: Die Gefährten

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Als dritter spielbarer Charakter steht in einigen Abschnitten Aragorn bereit. Dieser ist ein wahrer Haudegen und mit Schwert und Bogen bewaffnet. Durch die einzelnen Schlag-Combos und unterschiedlichen Pfeilarten mäht man sich schnell mit ihm durch die Gegner. Im Endeffekt ist er auch der effektivste, da es hauptsächlich nur um die Vernichtung von Feinden und weniger um einzelne Questaufgaben geht.
Die Animation und Gestaltung der Helden, sowie der Gegner ist allgemein recht gut gelungen, obgleich ein Ork nicht immer nach Ork aussieht und auch manche Zwischensequenz mit etwas staksigeren Hauptcharakteren erstellt wurde. Eingefleischte Filmfans sollten sich in dieser Hinsicht nicht allzu sehr an die Filmvorlage klammern.

Gegner, Gegner, Gegner
Damit sich die Reise nicht allzu einfach gestaltet, stößt man auf verschiedene Gegner: Trolle, Orks, Spinnen und Wölfe sind nur einige davon. Leider sind die Gegner nicht mit einer allzu hohen Intelligenz gesegnet. Sie machen kaum Anstalten, heranschwirrenden Pfeilen oder Schwertattacken auszuweichen und rennen in ihrem Wahn blindlings auf den Protagonisten zu. Die Gegner haben zugleich einen eingeschränkten Bewegungsradius; läuft der Spieler mit seinem Helden aus diesem heraus, wird der Ork oder der Wolf ihn nicht weiterverfolgen und wieder zu seinem Ausgangspunkt zurücklaufen, selbst wenn der Held noch in Reichweite des Gegners steht. Zu allem (Un)Glück kommt noch hinzu, dass sich die Antagonisten gerne in Bäumen, Steinen oder Wänden festhaken und dort auch nicht so schnell wieder herauskommen. Spielen alle diese Faktoren zusammen, ist es kein Problem, sich der Gegner zu erwehren. Und wer gänzlich nicht mehr mit den Gegnermassen zurechtkommt, der darf in einigen Spielabschnitten die vom Computer gesteuerten Hobbits vorschicken, welche einen "Unbesiegbarkeits-Status" erhalten haben und - untypisch für einen Hobbit - alles niedermetzeln, während der Spieler selbst das Geschehen von weiten begutachtet oder sich mit Pfeil und Bogen am daran beteiligt.

Schöne Wiesen, öde Wälder
Die grafische Umsetzung wirft einen ins Wechselbad der Gefühle. Während Hobbingen noch den Eindruck einer Bilderbuchlandschaft vermittelt und die Höhlen von Moria ein spannendes Flair aufkommen lassen, macht der Wald einen eher unfertigen und langweiligen Eindruck. Eine Spielfreiheit a la Morrowind sollte hier niemand erwarten - nur allzu linear geht es voran. Immerhin gibt es das eine oder andere kleine Versteck, dass es zu finden gibt.
Ein großer Patzer ist die mangelnde Abwechslung, denn größtenteils besteht die Handlung aus Monster töten, spezielle Gegenstände besorgen und mit bestimmten Personen sprechen. Auch die Kampfunfähigkeit Frodos in den für ihn angefertigten Missionen tut ihr übriges, da sie oft an der Geduld des Spielers zerrt, wenn man es ständig mit Wölfen und Spinnen zu tun bekommt. Zudem sorgen die vergleichsweise langen Ladezeiten für richtige Spaßbremsen.

 Autor:
Benjamin Schneider
Testbericht
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Leserwertung:
2.0