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Jurassic Park - Op. Genesis

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Wir haben da ein Problem
Doch auch wenn die Besucher zufrieden über das Gelände stapfen, hat der Spieler kaum Zeit, über die Insel zu scrollen und die Saurier zu beobachten. Zahlreiche Beraterinnen und Berater geben ihre Meinung zu unterschiedlichsten Themengebieten ab und erwarten, dass man tätig wird. Erleidet einer unserer Dinos eine Krankheit oder flippt aus, sollten wir schleunigst den von uns beschäftigten Ranger in den Helikopter setzen, damit er dem Tier eine Spritze in den Leib schießen kann. Häufen sich Krankheiten, könnte dies daran liegen, dass man nicht genug in den Impfschutz investiert hat. Ansonsten lassen sich die Ungeheuer unter anderem gegen Klumpfüße, Tollwut und Dino-Grippe schützen. Das Wohlbefinden unserer Urviecher können wir ablesen. Wenn wir ein Exemplar ins Visier genommen haben, werden wir sofort über so wichtige Details wie Gesundheitszustand, nervliche Belastung, Durst und Tod informiert. Geht uns doch mal ein Detail durch die Lappen - sicher kann man nicht alle Tiere ständig im Auge haben - kann man sicher sein, dass einen die Tierärztin sofort von anormalem Verhalten unterrichtet.
Richtig Leben in den Park holt man, wenn man fleisch- und pflanzenfressende Saurier mischt. Natürlich fällt ein Tyrannosaurus Rex über alles her, was sich bewegt. Also sollte dieser nur in einem Hochsicherheitsgehege gehalten werden, sonst ist unser Helikopter mit der Beruhigungsspritze ständig im Einsatz.
Da die Dinos auch vor dem natürlichen Ableben nicht geschützt sind, empfiehlt es sich, in den Brutstationen immer ordentlich für Nachwuchs zu sorgen, damit auch keine der Arten zu kurz kommt. Über 25 Stück lassen sich erforschen und klonen - da reicht eine einzige Station natürlich nicht aus. Allerdings sollte man die Dino-Population geschickt auf mehrere Arten verteilen, denn die Gesamtanzahl ist auf 60 beschränkt.

Der Chef darf alles
Alles in allem bietet "Jurassic Park - Operation Genesis" viel Spielspaß und kurzweilige Unterhaltung. Bei einigen Attraktionen darf man sogar selbst das Ruder in die Hand nehmen. So kann man dem Safari-Jeep nicht nur die zu fahrende Route festlegen, sondern bei Bedarf auch selbst hinters Steuer. Allerdings beschränkt sich die Beschäftigung aufs Lenken und Gasgeben. Einen Ersatz für "Gran Turismo" bietet das Spiel bei Weitem nicht. Ebenso kann man den Ballon der Montgolfiere-Attraktion steuern und den Ranger-Heli lenken. Wenn man also mal selbst einen wild gewordenen Saurier zur Strecke bringen möchte, kann man nach Herzenslust Beruhigungsspritzen abfeuern. Zudem kann sich der eher actionorientierte Spieler zwölf Extra-Missionen widmen - hier hält das Game knifflige Aufgaben abseits der komplexen Parkgestaltung bereit.
Das alles kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es mit der Langzeit-Motivation etwas dünn aussieht. Einsteiger und Fortgeschrittene kommen sicher für Stunden auf ihre Kosten. Sind aber einmal alle Funktionen ausprobiert, sämtliche Impfstoffe und Sicherheitsvorkehrungen erforscht und hat man etliche Dinos geklont, sind nur noch Katastrophen und ein anschließender Wiederaufbau des Parks motivierend.
Wem das nichts ausmacht, der erhält ein originelles und solides Aufbau-Strategiespiel mit Actionelementen. Die KI ist ein würdiger Gegner und die Grafik macht wirklich Lust aufs Weiterspielen.
Die deutsche Sprachausgabe ist ebenso würdigenswert - wenn auch etwas nervig, sobald sich die Ereignisse überschlagen. Der Sound ist orchestral und stimmungsvoll. Schließlich hat man Tracks aus John Williams' Filmsoundtrack ins Spiel eingebaut. So wird jederzeit der Eindruck vermittelt, dass man hier an etwas wirklich einzigartigem arbeitet - und das ist ja tatsächlich so.
Für Dinofans und Freunde des Genres also eine Empfehlung.

 Autor:
André Stephan
Testbericht
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