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Lotus Challenge

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Ebenso undynamisch verhalten sich die gegnerischen Fahrzeuge, neun an der Zahl, die wie an der Schnur gezogen auf den Millimeter genau hintereinander her fahren. Selten sieht man mal, dass sich zwei Gegner gegenseitig behaken, meist fahren sie einfach friedlich in einer Reihe. Selbst wenn man den Schwierigkeitsgrad für die Gegner in die Höhe schraubt, werden diese nur schneller, nicht aber waghalsiger in ihren Manövern. Gepaart mit der teilweise auftretenden Fahrgeschwindigkeit wirkt das Geschehen auf dem Bildschirm schon mal etwas ermüdend.

Immer neu
Ein weiteres Problem liegt darin, dass man sich im Gegensatz zu anderen Spielen dieser Art nicht ein Auto aussuchen kann, welches einen das Spiel durch begleitet und stetig etwas aufgetuned wird. Je nach Cup muss ein anderes Auto her, welches sich teils grundlegend vom Vorgänger unterscheidet. Besonders beim Schadensmodell, welches immerhin vorhanden ist, spürt man dies. Während man nämlich noch mit einer geschlossenen Karre gemütlich an der Leitplanke entlang rutschen und die Kurven mit Hilfe der Begrenzung schneller nehmen konnte, bricht bei einem Auto mit offenerer Karosserie wesentlich schneller mal ein Rad ab, oder es verbiegt sich die Aufhängung, was sich dann auf das Fahrverhalten auswirkt. Das Schadensmodell kann vor jedem Cup komplett an (Schäden wirken sich auf das Fahrverhalten aus), begrenzt (nur visuelle Schäden) oder aus gestellt werden. Eine technische Meisterleistung ist das Schadensmodell zwar nicht, aber man kann ja froh sein, dass die lizenzierten Autos überhaupt irgendwie zerbeult werden dürfen.
Neben möglichen Schäden lassen sich die unterschiedlichen Vehikel natürlich auch anders steuern, was bedeutet, dass man sich immer wieder an ein anderes Fahrverhalten gewöhnen muss. Schade nur, dass der Großteil der Wagen ziemlich träge reagiert.

Hausaufgaben gemacht?
Wenig Ruhm in Sachen Grafik und Sound dürfte auf den Lätzchen der Entwickler zu finden sein, denn beide sind eher mittelmäßig. Die Grafik an sich ist nicht wirklich schlecht. Die Autos sind alle gut modelliert worden, wirken zwar ein bisschen wie ultrablank poliertes Plastik, bieten dafür aber sogar echtes Environment-Mapping. Enttäuschen tut da schon eher die Umgebungsgrafik, die an Tristesse kaum zu überbieten ist. Suppige Zuschauermassen, detaillose Straßen und graue Hintergrundfarben trüben den grafischen Gesamteindruck. Vielleicht der Preis für die konstante Framerate von 60 fps?
Noch weniger überzeugen kann der Sound. Die Motorengeräusche sind sehr dünn, werden aber ohnehin größtenteils von nervigem Techno-Sound übertönt. Die spärliche deutsche Sprachausgabe auf Walkie-Talkie Niveau kann da auch nichts mehr rausreißen, sechs setzen.

Fazit
Lotus Challenge bietet also durchaus einige nette Ansätze, wie etwa den Challenge Modus, die aber leider zu inkonsequent durchgesetzt wurden. Alles wirkt ein wenig unfertig und lieblos. Punkten kann das Spiel bei der Autoauswahl, da wirklich viele unterschiedliche Fahrzeuge geboten werden. Hier sollte wenigstens jeder etwas für sich finden, auch wenn dann daraus das niedrige Geschwindigkeitsgefühl bei einigen Vehikeln resultiert. Nichtsdestotrotz können Lotus-Fans, die auch noch einen Abschnitt über die Geschichte der Firma finden, oder Spieler auf Rennspiel-Entzug mal einen Blick hierauf werfen, denn wirklich schlecht ist Lotus Challenge nicht.

 Autor:
Tobias Prinz
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Leserwertung:
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