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Prince of Persia: Warrior Within

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Geblieben ist die Möglichkeit, kräftig an der Zeit zu spielen. Wer im Abgrund landet, spult einfach die Zeit zurück. Wenn der Prinz einmal zu langsam läuft, haltet einfach die Zeit um ihn herum an. Bei Kämpfen sorgen Special-Moves für eine Menge Schaden und nette Grafikeffekte. Gänzlich neu sind die Passagen, in denen ihr vom Dahaka persönlich gejagt werdet. Per Trial and Error sucht ihr solange den einzigen Weg durch den vor euch liegenden, mit Fallen gespickten Abschnitt, bis ihr dem bösen Buben entkommen seid.
 
It’s not a bug, it’s a feature!
Mit der Einführung der Zeitbrunnen hat sich das Team aus Montreal interessante Möglichkeiten bei der Levelgestaltung geschaffen. Liegen Areale in der Gegenwart vollkommen in Trümmern, erstrahlen sie in der Vergangenheit in ihrer vollen Schönheit. Durchstreift der Prinz zuerst ein wohl gepflegten Garten mit intakten Fallen und beweglichen Mechanismen, findet er im nächsten Moment eine völlig zerstörte und überwucherte Ruine. Hier dürfen sich andere Entwickler erneut eine Scheibe abschneiden.
Weniger zum Nachahmen geeignet sind die bei der uns vorliegenden Testversionen allgegenwärtigen Bugs, die in einem Falle nicht einmal durch das Laden eines früheren Spielstandes behoben werden konnten. Hier ließen sich Zeitbrunnen nicht aktivieren, dort wurden plötzlich sämtliche Zwischensequenzen ausgelassen und drüben ließen sich Gegner nicht mehr töten. Komischerweise scheinen einige Spieler von diesen Fehlern gänzlich verschont zu bleiben, bezeichnend für ein un- oder zumindest lediglich halbfertiges Produkt sind sie aber allemal.
Für kleinen Trost sorgt die Xbox-Live-Unterstützung. Hier absolviert ihr unter Zeitdruck vorgegebene Abschnitte oder kämpft in kleinen Arenen gegen CPU-gesteuerte Feinde. Erfolgreiche Recken tragen sich darauf in die Ranglisten ein. Für die Zukunft hat Ubisoft schon weitere downloadbare Karten angekündigt.
 
Orient trifft Neuzeit
Immer noch sehr gut, aber keineswegs so beeindruckend wie im vergangenen Jahr, präsentiert sich das Erscheinungsbild von Prince of Persia: Warrior Within in seiner Gesamtheit. Vor den fantastischen Hintergründen kämpft ihr nicht nur gegen stets dieselben Gegnermodelle, sondern auch gegen kleinere Clippingfehler. Die Animationen des Prinzen sind hingegen wieder blendend, was über die hölzern wirkenden Spielcharakteren in den Zwischensequenzen nicht gesagt werden kann.
Diese kommen zudem mit einer eher mittelmäßigen Sprachausgabe daher, die nicht an die des Vorgängers herankommt. Während der Kämpfe ertönen neuerdings Hard Rock-Klänge à la Primal, die das ansonsten vorherrschende orientalische Flair in erfrischender Weise auflockern.
 
FAZIT
Über Sinn und Zweck des Imagewandels kann lange diskutiert werden, wobei das kleine Wörtchen „Mainstream“ allmächtig über allen Aussagen schwebt. Über alle Zweifel erhaben ist erneut das Leveldesign, dessen Glanz durch Mängel bei der Spielbarkeit getrübt wird. Zu eigenmächtig handelt der Prinz, zu oft landet ihr durch automatische Mechanismen im Abgrund und zu markant sind die Bugs ausgeprägt. Spaß möchte daher nur bedingt aufkommen, zumal in einigen Abschnitten Rücksetzpunkte und Speicherbrunnen verdammt unfair gesetzt sind. Wer den Vorgänger mochte, sollte keineswegs ohne vorheriges Anspielen zugreifen.
 
Daher für Einzelspieler gut.
 Autor:
Lars Hilbig
Testbericht
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Leserwertung:
8.8