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Project Gotham Racing

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Ein Spiel für Grafikfetischisten?
Definitiv nicht. Obwohl Gotham in einigen momenten die Grafikmuskeln der Xbox durchaus zeigt, ist das Gesamtbild doch eher gehobener Durchschnitt als Weltklasseniveau. Die Städte wirken leicht trist, da keinerlei Passanten oder animierte Objekte am Wegrand zu sehen sind. Auch die Texturen an den Gebäuden wiederholen sich etwas zu oft und ein leichtes Kantenflimmern ist auch auszumachen. Die Autos sind dafür allererste Sahne und überzeugen im Gegensatz zu anderen Rennspielen auch noch durch physikalisch korrekt berechnete Echtzeitspiegelungen und Schadensmodelle. Da das Spiel auch mit fünf Fahrzeugen absolut ruckelfrei und flüssig läuft ist ebenso positiv zu bemerken. Imposant wirken die Kurse allerdings erst Nachts. Dank Echtzeitbeleuchtung (fährt man seinen Scheinwerfer kaputt geht es im Dunkeln weiter!) und teils sehr diffizilen Spiegelungen hat man hier fast schon das Gefühl, wirklich über den Times Square in New York zu heizen. Alles in allem bietet Project Gotham Racing eine solide Grafikleistung, die man etwa auf ein Level mit Gran Turismo 3 auf der PlayStation 2 setzen kann. Die Xbox wäre aber sicherlich in der Lage gewesen, mehr Action am Straßenrand zu erlauben.

It`s Gotham Radio!
Was? Keine Dolby Digital Anlage? Dann aber nichts wie ins Geschäft! Dank echtem 5.1-Sound hört ihr in Project Gotham Racing eure Gegner nämlich punktgenau von hinten herankommen. Das ist nicht nur ein netter Soundeffekt, sondern sorgt für eine ganz neue spielerische Komponente. Denn dank der genauen Ortung könnt ihr nun, nur durch den Sound, euren Gegnern den Weg abschneiden und fiese Überholmanöver schon im Vorfeld verhindern. Leider klingen die Motorgeräusche der Autos dabei nicht immer wie ihre realen Vorbilder.
Etwas besonderes hat sich Bizarre allerdings beim Soundtrack einfallen lassen. Jede Stadt bietet vier Radiosender mit eigener Musikrichtung. Ob alternativer Rock, Independet oder Punk, unbekannte Bands und bekannte Hits von The Chemical Brothers, Gorillaz oder sogar den Rolling Stones machen euch richtig Dampf. Wer mit der Vielzahl an hervorragenden Tracks in dem Spiel immernoch nichts anfangen kann, kann sich auf die Festplatte gerippte Musikstücke im Radio einspielen lassen - von DJs angefeatured. Die Detailverliebtheit ging hier sogar soweit, das der Empfang in Tunneln und Unterführungen schlechter wird. Bizarre hat den Sound wirklich als Spielelement gesehen, und nicht wie zu oft stiefmütterlich behandelt!

Spaß zu viert!
Bis zu drei Mitspieler können im Mehrspielermodus ins Geschehen eingreifen. Die Grafik bleibt dabei stets flüssig und ohne Detailverluste bzw. Pop-Ups. Bei mehreren Spielern muss man natürlich auf den punktgenauen 5.1-Sound verzichten, doch auch sonst bleibt der Sound auf dem hohen Niveau. Der einzige Kritikpunkt liegt hier leider in der Qualität des Spiels selber. Da man sich von Kilometer zu Kilometer wirklich weiterentwickelt, ist es schwer, einen Partner auf gleichem Niveau zu finden. So werden nur echte Gotham-Profis ihren Spaß am Mehrspielermodus haben, Anfänger werden wegen der komplexen Steuerung schnell verzweifeln.

Neue Referenz?

Project Gotham Racing ist definitiv ein Racer der Extraklasse. Derart viel Strecken und Modi und eine absolut geniale Steuerung heben Gameplay- und Dauerspaßwertungen in ungeahnte Höhen. Die Grafik kann im Detail beeindrucken, bleibt aber insgesamt "nur" auf gehobenem Durchschnitt. Dank 5.1-Sound und zahlreichen Radiosendern, sowie der Möglichkeit, eigene Lieder in den Soundtrack zu integrieren, ist Gotham auch in diesem Bereich ein echter Überflieger. Allein der Mehrspielermodus fährt aufgrund der Komplexität nicht als souveräner Erster über die Ziellinie. Doch die Rennspielnarren von Bizzare Creations brauchen ja noch Optimierungsspielraum, für ihren nächsten Racer.

 Autor:
Simon Grötz
Testbericht
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Leserwertung:
8.0