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Rainbow Six 3

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Schwankende Intelligenz
In so einem Anti-Terror Team kommt es verständlicherweise darauf an, dass alle an einem Strang ziehen und die Einheiten intelligent agieren. Das haben auch die Entwickler von Rainbow Six 3 gewusst und dafür gesorgt, dass sich die Mitglieder des Teams in nahezu jeder Situation Deckung suchen und sich gut positionieren, um nicht von den Feinden erschossen werden zu können. Leider schwankt die KI aber sehr. Erst erstaunen sie einen mit ihren geschickten Angriffen aus der Deckung, dann laufen sie plötzlich minutenlang gegen eine offen stehende Tür. Manchmal merken sie auch nicht wirklich, was vor sich geht. In einer Szene steht man vor einer Wand, deren Tor sich jeden Moment öffnen wird. Doch selbst wenn das geschieht, stehen die Kameraden noch mit dem Rücken zum Tor und merken erst, wenn sie beschossen werden, dass da ja etwas passiert.
Ärgerlich, aber wohl unumgänglich, passiert es ein ums andere Mal, dass einem ein Mitglied des Teams genau ins Zielfernrohr läuft und unweigerlich in die Schusslinie gerät. Wenn man gerade dabei ist, auf einen Gegner zu zielen, kann es schon nerven, auf einmal das Gesicht seines Kameraden im Zielkreuz zu haben.

Scriptplagen
Rainbow Six 3 lebt eindeutig von seiner genial bedrückenden Atmosphäre. Zu gerne schleicht man sich in absoluter Stille durch ein Haus, höchstens die Schritte der Kollegen im Ohr. Hinter jeder Ecke könnte ein Gegner lauern, vorsichtiges Heranpirschen ist also Pflicht. Realistische Waffen und die Sprüche der Zentrale beziehungsweise seiner Kameraden, die durch das Headset direkt ins Ohr dringen, sorgen dafür, dass man sich richtig in diese Welt hineinversetzt fühlt. Leider ändert sich aber diese Anspannung, wenn man einen Abschnitt oder Level mehrere Male spielt. Sämtliche Events sind nämlich komplett gescriptet, so auch die Laufwege und das Verhalten der Gegner. Nach einigen Versuchen weiß man so genau, zu welcher Zeit welcher Gegner wo auftauchen wird. Man kann auch stets voraussagen, welcher Terrorist gleich eine Granate werfen oder ob jemand aus dem Nebenraum herausstürmen wird. Das zerstört die eigentlich hervorragende Atmosphäre beim wiederholten Spielen leider zu großen Teilen, da die Spannung einfach rausgenommen wird. Frust kommt zudem auf, wenn ein Event einfach nicht ausgelöst wird, weil irgendwo noch ein Gegner darauf wartet, eliminiert zu werden.

Ein Hoch und Tief
Wer viel und gerne online gegen Freund und Feind antritt und zudem keine Abneigung gegen Shooter hat, der kommt um den neuen Rainbow Six Teil schlicht nicht herum. Auch im normalen Deathmatch, Team-Deathmatch beziehungsweise dem sogenannten Scharfschützen-Modus kommt es auf ruhiges Vorgehen an. Scharfschütze und Deathmatch unterscheiden sich nur darin, dass man in ersterem sofort nach dem Ableben wieder ins Spiel eingreifen kann, während man im Deathmatch nach dem Tod warten muss, bis die Runde neu gestartet wird. Bis zu 16 Spieler können sich auf den Servern tummeln. Auch kooperative Einsätze sind möglich. In diesen kann man mit bis zu drei Freunden die Singleplayer Missionen nachspielen, was das altbekannte Tüpfelchen auf dem I ist. Der große Wehrmutstropfen beim Multiplayer-Modus ist allerdings, dass Spieler, die nicht online sind oder Konsolen linken können, nur alleine spielen können. Einen kooperativen Modus oder normales Deathmatch im Splitscreen sucht man vergebens, was zu einer Abwertung des eigentlich sehr guten Multiplayers führt.

 Autor:
Tobias Prinz
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