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Shrek

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Ein Oger mit technischem Verständnis
Grafisch ist Shrek auf der Höhe der Zeit. Vor allem die Texturen haben einen weichen Stil, sind aber zugleich scharf detailliert. Das verleiht Shrek einen ganz persönlichen Grafikstil, der sich überraschend gut von anderen Titeln abhebt. Obwohl manche Objekte bei näherer Betrachtung doch etwas kantig geraten sind, fällt es aufgrund der Texturen und des Spieltempos nicht weiter auf. Wer allerdings mal ein wenig länger spielt, wird sicherlich auch Grafikfehlern begegnen. Bei so manchen Sprüngen fliegt man manchmal ein paar Sekunden aus dem Level heraus und befindet sich außerhalb des Levels. Solche Clipping-Fehler dürfen bei Konsolen eigentlich nicht mehr zu finden sein.

In Sachen Sound hat sich Digital Illusions viel Mühe gegeben. Die witzige Synchronisation verleiht dem Spiel eine Menge Charme. So begegnet man beispielsweise einem fußballverrückten Wolf, der Schafe durch die Gegend kickt und übertrieben "Ja, ich bin so gut!" ruft. Auch die Stadtsoldaten sorgen für so manchen Schmunzler, wenn sie geschwollen "Ein Oger, zum Angriff" rufen. Obwohl diese Sprüche auf Dauer nerven können, tragen sie doch zur Atmosphäre bei.

Happy End?
In der Spielwelt selbst fühlt man sich recht schnell zuhause, schließlich treten Märchenhelden auf, die man aus vielen Geschichten bereits kennt. Dennoch hat das Spiel vom Flair her leider sehr wenig vom Film mitbekommen. Der interessante Charakter des liebevollen Helden kommt leider gar nicht heraus. Plötzlich findet man sich nach einem kurzen, unspektakulären Intro im Sumpf wieder, wo einem der Zauberspiegel kurz und schmerzlos in die Steuerung einführt. Im Zauberbuch, das vor jedem Start in das Land erscheint, liest einem eine Frau dann kurz die kleinen Hintergrundgeschichten der Aufgaben vor. Den Job erledigt sie zwar sehr gut (und es hat etwas von einer Märchenvorlesestunde), aber dennoch ist es sehr unspektakulär. Auch Zwischensequenzen gibt es nicht, welche die Story vielleicht weitererzählt hätten. Wenigstens ein paar Ausschnitte aus dem Film hätten da schon einiges bewirkt.

Wer den Film gesehen hat, dem wird sehr dringen davon abgeraten, das Spiel zu kaufen. Es gibt sehr viele Belange, in denen man schlichtweg enttäuscht wird, wie uncharmant ein so charmanter Film umgesetzt werden kann. Andere könnten sich einen Kauf überlegen, da vor allem die Grafik, der Sound und die neuen Charaktere überzeugen können. Wäre da nicht die Kameraführung, wäre das Spiel sicherlich auch für sie interessant. Trotzdem: Wer insgeheim noch ein Kind geblieben ist, der kann es gerne einmal anspielen.
 Autor:
Raphael Ringhandt
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