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Splinter Cell

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Da war doch was?
Viele Inhalte des Spiels basieren auf gescripteten Events. Dies ist ein weiterer Nachteil, der dem Spiel Punkte in der Langzeitmotivation kostet. Jede Wache läuft immer wieder den selben Weg, jeder Schritt ist der selbe und auch die Zeitabstände, in denen was passiert, sind immer gleich. Nach einigen Spielstunden kann man schon auswendig sagen, wann welche Wache wo entlang läuft. Das ist zwar einerseits notwendig, um seine Aktionen genau planen zu können, nimmt aber bei wiederholtem Spielen die Spannung. Außerdem ist der KI negativ anzukreiden, dass sie vergesslich ist. Des weiteren scheinen einige Charaktere ihre vorgesehenen Bereiche nicht verlassen zu können. So kommt es dazu, dass man nach dem Entdecken über den Hof rennen und sich einfach in den nächsten Raum stellen kann. Die Gegner kommen zwar nach, bleiben dann aber einfach vor der Tür stehen. Verhält man sich dann einige Momente ruhig, ziehen sie wieder ab und beginnen wieder, ihre altbekannte Route zu laufen. Als ob nichts gewesen wäre.

Oh lala!
Zu einem der Highlights des Spiels gehört zweifelsohne die Grafik, denn die toppt alles, was bisher auf Billys Kasten zu sehen war. Die Unreal-Engine macht sich deutlich bemerkbar. Die Charaktere sehen sehr gut aus, die Texturen sind erste Sahne und auch die berühmten Licht- und Schatteneffekte können begeistern. Allerdings wurden sie teilweise auch im übertriebenen Maße eingesetzt, sodass der angestrebte Realismus wieder von selbst zu Nichte gemacht wird. Aber die sehr guten Effekte, wie etwa auch das Nachtsichtgerät, bei dem alles in weiterer Entfernung verschwimmt, überzeugen. Ebenfalls sehr gut gelungen sind die Animationen der Charaktere.
Ebenso überzeugt der Sound. Neben der erstklassigen deutschen Sprachausgabe (inklusive der Synchronstimme von Nicolas Cage für Sam Fisher), werden die Musikstücke sehr gut eingesetzt. Läuft alles nach Plan, liegen die Räume beinahe in kompletter Stille, wird man jedoch entdeckt, nimmt die Musik sogleich an Dramatik zu.

Fazit
Splinter Cell ist genau das geworden, was man von ihm erwartet hat: Stealth Action erster Güte. Die vielen Möglichkeiten, ein Problem anzugehen, sorgen für eine Menge Motivation, eine Mission auch zu beenden, wenn man schon zehn Mal an der selben Stelle versagt hat. Aufgrund der umfangreichen Missionen ist auch für Dauerspaß gesorgt, der aber an Wert verliert, wenn man einen Level komplett wiederholen möchte. Auch der Sound ist sehr gut, kann aber auch nicht über die kleinen Mängel hinwegtäuschen. Warum kann Sam beispielsweise keine Munition von Gegnern aufheben, obwohl er selbst hilflos ist? Dennoch verspricht das Spiel viel Spaß für all diejenigen, die sich nicht von einem hohen Schwierigkeitsgrad abschrecken lassen.

 Autor:
Tobias Prinz
Testbericht
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Leserwertung:
6.3