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Steel Battalion

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Übung macht den Meister
Setzt man sich zum ersten Mal an der großen Controller, verwirren einen die vielen Knöpfe zunächst sehr und auch die Steuerung geht noch nicht so gut von der Hand. Hilfreich ist es da, dass im Moment wichtige Knöpfe grün beziehungsweise rot aufblinken, sodass man erstens merkt, dass etwas nicht stimmt, und dass man zweitens auch im Dunkeln solche Knöpfe findet. So blinkt beispielsweise der "Magazine Change" Button auf, sobald ein Magazin leer ist, oder "Sub" und "Main" melden sich, wenn zwischen den bis zu sechs Waffensystemen gewechselt werden sollte. Nach den ersten paar Missionen, wenn man sich auch mit der Funktion des Greifarms und der Kommunikation angefreundet hat, kommt man wesentlich besser mit der Steuerung zurecht und es entwickelt sich ein bisher noch nie (im heimischen Wohnzimmer) da gewesenes Spielgefühl. Die Anordnung der Knöpfe ist durchdacht, wodurch man sich ihre Positionen leicht merken kann. Beschäftigt man sich also ein wenig mehr mit dem Spiel, kommt erst der richtige Spaß auf.

Dreck und Kriegsgebrüll
Steel Battalion ist ein Kriegsspiel und genau das merkt man der grafischen Präsentation auch an. Die Schlachtfelder sind durchgehend in Grau-/Brauntönen gehalten und vermitteln eine dementsprechend "dreckige" Atmosphäre. Das Bild ist zudem auch mit einem Filter belegt, der alles ein wenig unscharf erscheinen lässt. Dies kommt zwar der Atmosphäre zugute, sieht aber nicht sonderlich schön aus. Dafür werden einem aber auch einige Details, wie das ausgearbeitete Cockpit oder auch Wassertropfen auf der Frontscheibe geboten. Negativ fallen aber die Pop-Ups auf. Diese sind besonders in Canyons gut zu sehen, wo ganze Felswände erst langsam ins Bild kommen. Allerdings stört dies das Spiel nicht, da es auch selten wirklich auffällt. Die Explosionseffekte sind ansehnlich., ebenso die Animationen der großen Maschinen.
Große Trümpfe spielt Steel Battalion beim Sound aus. Zwar gibt es bis auf das erwähnte Radio, das noch aus den Achtzigern zu stammen scheint, keine Hintergrundmusik, aber der restliche Sound von stampfenden Tanks, Explosionen und Sprachausgabe kann überzeugen. Diese dröhnen in sattem 5.1 Sound aus allen Richtungen, wer also im Besitz einer solchen Anlage ist, darf sich auf eine erstklassige Soundkulisse freuen. Allerdings nicht auf deutsche Sprache, denn auch die in Deutschland erhältliche PAL-Version enthält nur englische Texte und Sprache.

Fazit
Um es gleich zu sagen: Steel Battalion ist nichts für Gelegenheitsspieler, die auf schnelles Spielen aus sind. Das Spiel ist einzig und allein Freakware. Nur wer auf ausgefallene Bedienung, realitätsnahes Spielen und schräge Blicke der Mitbewohner steht und zudem auch noch das nötige Kleingeld besitzt, sollte sich eine Anschaffung überlegen. Die Präsentation des Spiels ist sehr gut, sieht man einmal von den bewegungslosen Mission-Briefings und Zwischensequenzen ab. Gute Grafik, sehr guter Sound und eine mit der nötigen Eingewöhnungsphase guten Steuerung hinterlassen viele positive Spielmomente. Nur die geringe Missionsanzahl enttäuscht ein wenig und rechtfertigt den Preis von 200 Euro an sich nicht. Letztendlich muss jeder selbst wissen, ob ihm ein einziges Spiel soviel wert ist. Wenn man aber auf Action-Simulation und riesige Roboter steht, ist Steel Battalion ein mehr als guter Rat.

 Autor:
Tobias Prinz
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