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Tao Feng: Fist of the Lotus

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Lust und Frust - das Gameplay
Tao Feng bereichert das Genre um einige innovative neue Ansätze. So wurden zum Beispiel die normalen Kampfregeln über Bord geworfen: Anstatt eines Zeitlimits und 2 bzw. 3 Runden ("Best of Three-System") hat jeder Kämpfer 3 Energiebalken - eine zeitliche Begrenzung gibt es nicht. Wer trotzdem nicht auf die klassischen Regeln verzichten möchte, kann diese optional einstellen. Ebenfalls neu ist die Tatsache, dass man dem Gegenspieler die Gliedmaßen brechen kann. Wird ein Kämpfer an einem Körperteil besonders oft oder stark getroffen, erscheint eine Warnung. Muss man am besagten Gliedmaß noch weitere Treffer einstecken, bricht es und die eigenen Attacken richten nur noch die Hälfte des normalen Schadens an. Allerdings ist dieses Feature weitaus weniger wichtig, wie von den Entwicklern angekündigt, die die Knochenbrüche sogar als spielentscheidend gepriesen haben - auch mit gebrochenem Arm lassen sich ebenso gut Combos ausführen. Damit man sich trotzdem nicht bis zum Ende des Kampfes mit diesem Handicap auseinandersetzen muss, kann man seine Verletzung mit Hilfe der Chi-Energie heilen. Jeder der Kämpfer besitzt diese Kraft und außerdem unterschiedliche Chi-Attacken, die sich, nachdem der Chi-Balken, der sich unter der Lebensenergie befindet sich, gefüllt ist, mit dem weißen Button auslösen. Diese optisch meist spektakulär in Szene gesetzten Attacken fügen dem Gegner besonders viel Schaden zu.

Die insgesamt 12 Kämpfer heben sich in punkto Design kaum von anderen Beat'em Ups ab und wirken weitaus weniger charismatisch, als bei der Konkurrenz, sei es nun Muskelberg Exile, der eiserne Mönch oder die gesamte genretypisch leicht bekleidete Damenriege. Dafür trumpfen die Arenen, von denen das Spiel knapp ein Dutzend beinhaltet, auf. Zwar gibt es keine Höhenunterschiede wie bei Dead of Alive 3, dafür ist das gesamte Inventar zerstörbar. So zerbersten im Museum zum Beispiel ganze Vitrinen während in der Arcade die Automaten explodieren  - bei einigen Begegnungen steht am Ende oft kein Stein mehr auf dem anderen. Zudem lassen sich die Wände zum Kontern benutzen. Wird man von seinem Gegenüber an die Wand gedrängt, kann man sich mittels rechter Schultertaste abstoßen und somit den Gegner direkt attackieren. Nach dem gleichen Prinzip kann man auch Stangen in seine Kampfhaltungen einfließen lassen.

Die Steuerung geht relativ leicht von der Hand. Es gibt ähnlich Mortal Kombat zwei Tasten für Tritte und zwei für Schläge. Die weiße Taste dient zum Ausführen von Chi-Attacken, mit der schwarzen beleidigt man den Gegner. Geblockt wird, indem man sich mittels Digikreuz (oder optional mittels linkem Stick) vom Gegner wegbewegt. In Tao Feng wird viel Wert auf das Ausführen von Combos gelegt. Wer nur exzessiv auf den Buttons herumhämmert, wird nicht besonders weit kommen. Umso schlimmer ist es, dass diese aufgrund des strengen Combo-Timings oft sehr schwer auszuführen sind. Somit werden lange Combos oftmals zum Glücksfall. Als ob das noch nicht frustig genug wäre, wird man vom Gegner viel zu oft in Endloscombos verwickelt, bei denen Blocken schier unmöglich ist. Die miserable Kameraführung setzt dem Ganzen das i-Tüpfelchen auf. Nicht selten schwenkt die Kamera mitten im Kampf auf die andere Seite. Dabei wird auch die Laufrichtung umgedreht und anstatt zu blocken läuft man ungeschützt in den Gegner - ein echter Spielspasskiller. An Boni hat Studio Gigante offensichtlich gespart. Einzig der Endgegner und seine Arena lassen sich frei spielen.

 Autor:
Simon Joost
Testbericht
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Leserwertung:
8.0