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Voodoo Vince

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Eine Welt voller Gefahren
Das Entwicklerteam von Beep Industries hat sich um Abwechslung beim Leveldesign bemüht, dieses Vorhaben ist geglückt. Die normalen Jump`n Run Abschnitte werden immer wieder von witzigen Zwischenspielen unterbrochen, ob nun Seilbahnfahrt, ein aufregendes Flugabenteuer oder schnelle Fahrten auf wendigen Sumpfgleitern, hier ist für Unterhaltung gesorgt. Im späteren Spielverlauf werden euch sogar Spielelemente eines klassischen Rall Shooters begegnen. Die Umgebungen wurden sorgfältig gestaltet, so bewegt sich Vince durch abwechslungsreiche Szenarien. Die Größe der Levels reicht dabei von sehr klein bis ansprechend groß, allerdings schwankt die spielerische Qualität der einzelnen Spielstufen teilweise sehr. Dieser Umstand ist besonders der teilweise unglücklichen Platzierung von Rücksetzpunkten und einem dadurch entstehenden hohen Frustfaktor zu verdanken.

Leider kehrt sich der positive Eindruck der Levelgestaltung schnell in das Gegenteil um, wenn es um das Sortiment an Gegnern geht. Es gibt ca. fünf verschiedene Standardarten von Feinden, die sich durch das ganze Spiel hindurch ständig wiederholen. Als besonders nervig haben sich dabei die fliegenden Gegner erwiesen, die oft unnötigerweise den Spielverlauf erschweren. Überhaupt hat es Vince nicht leicht, denn er hält zwar schwerste körperliche Misshandlungen aus, stirbt aber bei der Berührung mit einem Tropfen Wasser sofort. Dies wäre ja nicht sehr von Relevanz, wenn sich die teilweise anspruchsvollen Hüpfeinlagen vernünftig kontrollieren lassen würden. Zwar ist die Steuerung im Prinzip gelungen, intuitiv und direkt, aber durch unglückliche Kameraperspektiven ist es oft fast unmöglich, an der gewünschten Stelle zu landen. Die Kamera ist zwar leicht drehbar, lässt sich aber nicht in der Höhe verstellen, sondern nur leicht kippen. Daraus resultiert die unangenehme Tatsache, dass Ihr das zur Landung angepeilte Objekt oft erst seht, wenn es schon zu spät ist. Zwar könnt Ihr Vince mittels Druck der linken Schultertaste kurzzeitig schweben lassen und dann mittels eines Schattenpunktes, der die Position der Voodoo-Puppe in der Luft markiert, recht gezielt landen lassen. Befriedigend ist diese Lösung aber nicht und besonders bei sich bewegenden Plattformen artet die Hüpferei mehr in eine "Doppeljump und Schwebe- Orgie" als in ein klassisches, schnelles Jump`Run Feeling aus.

Diese Kameraprobleme haben auch zur Folge, dass Ihr Gegner bei einer Kopfsprungattacke nicht seht und dann ins Leere stürzt - ein absolut unnötig wie ärgerliches Manko. Auch die Kollisionsabrage zeigt sich zwiespältig, diese ist zwar sehr präzise (Vince kann selbst kleinste Flächen betreten) sorgt aber auch für frustige Momente. Während eure Voodoo-Puppe einmal die Kante einer Plattform geradeso mit der Hand erreicht und sich hochzieht, werden ein anderes Mal kürzere Sprünge nicht gemeistert, weil Vince nicht zupackt.

Schöne Voodoo Welt
Grafisch ist das Spiel gelungen. Vince ist fein animiert und brillant texturgiert, es lassen sich sogar die einzelnen Maschen des Stoffs erkennen. Die Qualität der Umgebungstexturen schwankt zwischen gut und hervorragend, allerdings hätte es ein wenig mehr Abwechslung sein dürfen. Für unseren Geschmack gibt es zu viele dunkle/düstere Szenarien, obwohl sich dieser Umstand auch auf die allgemeine düstere Tendenz des Szenarios zurückführen lässt. Die Gestaltung und Animation der Gegner reicht von na ja (normale Monster) bis hin zu ganz nett (einige Endgegner), erreicht aber leider nicht die Qualität von Vince.

 Autor:
Dirk Sandel
Testbericht
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Leserwertung:
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