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XIII

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Lassen sich diese Gameplayaspekte noch unter dem großen Zelt der altbekannten Ego-Shooter unterbringen, so hebt sich das Spiel in Sachen Präsentation deutlich von der Konkurrenz ab. Der Stil des zugrunde liegenden Comics wurde perfekt eingefangen, neben der Story, die in Form von animierten und teilweise interaktiven Filmsequenzen vorangetrieben wird, sorgen dafür besonders die immer wieder während des Spiele aufklappenden Fenster. Diese zeigen sowohl Ereignisse, die für die Story relevant sind (z.B. kurze Dialoge), dienen aber auch zur Visualisierung von erfolgreichen Treffern und dem Einsatz des Greifhakens. Das dadurch entstehende Flair eines spielbaren Comics ist beeindruckend und sehr gelungen umgesetzt, zumal diese Elemente den Spielfluss nicht im geringsten stören, sondern perfekt ergänzen.

Cel Shading mal anders
Es gibt Leute, die behaupten, dass echtes Cel Shading (einige Spiele verwenden ähnliche Effekte, die aber nur vorgetäuscht sind) nicht sehr fordernd für die Hardware ist. Tatsächlich ist Cel Shading ähnlich rechenintensiv wie eine "realistische" Grafik, allerdings weniger in Sachen Texturen, sondern vielmehr im Bereich der reinen Polygonberechnung. Wohl auch aus diesem Grund hat sich Ubi Soft für die Verwendung der neuesten Version der Unreal Engine entschieden und schafft es tatsächlich, die Comicgrafik erwachsen und "dreckig" erscheinen zu lassen. Irgendwie wirkt der Look auf eine einzigartige Weise realistisch und unwirklich zu gleich, das Ergebnis jedenfalls ist in unseren Augen sehr gelungen und extrem atmosphärisch. Die Grafik wird dabei flüssig präsentiert, wobei wir so gut wie keine Einbrüche in der Framerate feststellen konnten, lediglich einige Effekte bereiten der Xbox ab und zu ein paar Probleme.

Allerdings wurde in die Gestaltung der Missionen weniger Arbeit als in die hervorragende Präsentation gesteckt. Zwar wurde versucht, die Missionen betont abwechslungsreich zu gestalten, was auch weitgehend gelungen ist. So müsst Ihr in bester Sam Fisher Manier ohne gesehen zu werden eine Basis infiltrieren, während ein anderes Mal keine Wachmänner zu Schaden kommen dürfen oder eine wichtige Person eskortiert werden muss, der Schwerpunkt des Spiels liegt aber sehr deutlich auf unkompliziertem Ballern mit gelegentlichen Rätseleinlagen. Leider sind diese Missionen zum größten Teil sehr linear und die Bewegungsfreiheit mehr oder weniger geschickt durch das Leveldesign eingeschränkt. Nummer XIII kann zwar viele Schlösser ohne Probleme knacken, aber manche ignoriert unser Held vollkommen, was im Gegensatz zu den ansonsten tollen Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung steht. Auch die Suche nach einem gut verstecken Haltepunkt für den Fanghaken kann sich nach einiger Zeit als etwas ermüdend erweisen. Wir haben oftmals die Möglichkeit eines alternativen Vorgehens vermisst und mussten stattdessen den linearen Vorgaben des Spiels folgen. Komplett variables Gameplay wie etwas beim PC Klassiker Deus Ex zu verlangen, wäre wohl etwas zu viel verlangt, aber wie formulierte es schon Westernhagen: Freiheit ist die einzige, die fehlt!

 Autor:
Dirk Sandel
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